DIGITAL GESTÜTZTE KOLLABORATIONSFORMATE

zur Förderung der Theorie-Praxis-Integration in der Lehrerbildung – von Benjamin Haag

Illustration um kollaborativen Seminar Illustration um kollaborativen Seminar Illustration um kollaborativen Seminar

Im Projekt Leibniz-Prinzip geht es vor allem darum, bei angehenden Lehrkräften Reflektierte Handlungsfähigkeit zu fördern. Dazu werden unter anderem innovative Lehr-/Lernszenarios angewandt.

So auch beim Deutschen Seminar: Es erprobt ab dem Sommersemester 2019 ein neues, mehrschrittiges Verfahren zur digital gestützten, kollaborativen Seminargestaltung. Ziel des Seminares ist, den späteren Lehrkräften sprachbezogene Kompetenzen zu vermitteln. Das neue Verfahren gliedert sich in fünf Schritte, die in diesem Artikel kurz vorgestellt werden.

Ablauf des neuen Verfahrens

Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 1 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 1 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 1

Die Studierenden bearbeiten in einem ersten Schritt ein E-Learning-Modul, das über das Lernmanagementsystem Ilias zur Verfügung gestellt wird. Inhaltlich liegt der Fokus auf zu stärkender Theorie-Praxis-Integration zu folgenden drei Themen:

  1. Argumentationskompetenz
  2. Jugendsprache
  3. Diversität
Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 2 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 2 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 2

Im zweiten Schritt, dem Peer Feedback, geben sich die Studierenden wechselseitig Rückmeldungen – auch dieser Austausch findet über Ilias statt. Die Studierenden erhalten vorab einen Leitfaden zum Peer Feedback.

Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 3 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 3 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 3

Im dritten Schritt überarbeiten die Studierenden ihre in Schritt 1 erfolgte Bearbeitung mithilfe des erhaltenen Feedbacks. Finden sie das erhaltene Feedback nicht brauchbar, müssen die Studierenden es nicht berücksichtigen – diese Entscheidung muss jedoch begründet werden. Zur besseren Nachvollziehbarkeit wird durchgängig in einem Dokument gearbeitet (nachvollziehbar kommentiert; andersfarbig hineinkopiert etc.), sodass nach Schritt 3 von jeder bzw. jedem Studierenden ein Dokument vorliegt, das eine Erarbeitung, das erhaltene Peer Feedback und die Überarbeitung enthält.

Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 4 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 4 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 4

Für den vierten Schritt wählt die bzw. der Lehrende das Dokument einer Studierenden oder eines Studierenden aus und stellt es über das Online-Textbearbeitungsprogramm OnlyOffice dem gesamten Seminar zur Verfügung – jedes Mitglied der Gruppe kann und soll erneut kommentieren.

Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 5 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 5 Schema zum digital-gestützen Kollaborationsformat, Schritt 5

Im abschließenden fünften Schritt diskutieren die Teilnehmenden das beispielhafte Dokument und reflektieren den gesamten Arbeitsprozess in Rahmen einer Präsenzveranstaltung – die bzw. der Lehrende supervidiert dabei die Diskussion.

Hintergrund der E-Learning-Module

Im Sinne einer zu stärkenden Theorie-Praxis-Integration arbeiten wir z. B. mit Videos authentischen Unterrichts, mit Audioaufnahmen von Schülerinterviews und authentischen Schülertexten etc. Die mit Ilias gestaltete, digitale Lernumgebung umfasst hier die folgenden, zentralen Elemente:

  1. Thematischer Überblick und Zielsetzung
  2. Arbeitsmaterial, z. B. Video, Audio, Text, Bild
  3. eine oder mehrere Aufgaben
  4. Begleitmaterialien wie etwa Fachliteratur
  5. Ergebnisupload

Für die Module gibt es keine alleingültigen Musterlösungen, stattdessen entwickelt die Gruppe kollaborativ Handlungsmöglichkeiten.


Copyright-Hinweis

Urheber der Illustrationen: Benjamin Haag und Christian Freydank