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Drei entscheidende Profilschwerpunkte:
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1. Wissenschaftsbasierte Lehrkräftebildung
Das professionelle Handeln von Lehrkräften ist entscheidend für den schulischen Erfolg von Schülerinnen und Schülern. Professionelle Lehrkräfte stützen ihr pädagogisches Handeln auf fundiertes bildungswissenschaftliches, fachdidaktisches und fachwissenschaftliches Wissen. Sie reflektieren Handeln theorie- und forschungsgeleitet und auf Grundlage der Werte und Normen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Der Profilbereich Wissenschaftsbasierte Lehrkräftebildung verfolgt das Ziel, die Voraussetzungen für solch reflektiertes, professionelles Handeln zu schaffen. Grundlage sind aktuelle empirische Befunde sowie theoretische und historische Erkenntnisse aus den Bildungswissenschaften, den Fachdidaktiken und den Fachwissenschaften.
Die erste universitäre Phase der Lehrkräftebildung legt die wissenschaftliche Basis für das professionelle Handeln in Schule und Unterricht sowie für die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen beruflichen Handlungsfähigkeit. Sie bewegt sich damit stets im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Fundierung und berufspraktischen Anforderungen. Daher sind praxisorientierte Lerngelegenheiten, die auf Konzepte der Professionalisierungsforschung rekurrieren, unverzichtbar: Sie bieten Studierenden die Möglichkeit, ihr Wissen in konkreten schulischen Kontexten anzuwenden und ihr Handeln aus wissenschaftlicher Perspektive kritisch zu reflektieren – als Grundlage für lebenslanges professionelles Lernen.
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2. Datengestütztes Lernen und KI
Die digitale Transformation, allgemein als Digitalisierung bekannt, kann inzwischen als allgegenwärtig bezeichnet werden. Damit rückt vermehrt der Aspekt der Digitalität in den Vordergrund: Die Gleichzeitigkeit von analogen und digitalen Wirklichkeiten. Der Profilbereich "Digitale Bildung und digital gestütztes Lernen" der LSE befasst mit Fragen nach einem angemessenen und verantwortungsvollen Umgang mit diesem Potenzialbereich im Bildungssektor und den daraus resultierenden Konsequenzen für die Lehrkräftebildung.
Datengestütztes Lernen:
Moderne Lehr- und Lernlandschaften ziehen den gezielten Einsatz digitaler Technologien mit in Betracht. Die dabei erzeugten Prozessdaten bieten die Möglichkeit, Empfehlungen für Lehrkräfte und Lernende zu generieren und Lernprozesse zu optimieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht eine Beschleunigung und weitgehende Automatisierung dieser Prozesse.
Die Leibniz-Forschungsinitiative Digitale Bildung vereint Expertise aus den Fachdidaktiken, der Psychologie, Erziehungswissenschaft und der Informatik der LUH, um das Potenzial von Learning Analytics sowie des Maschinellen Lernens in formellen und informellen Kontexten zu erforschen.
Gleichzeitig wird der verantwortungsvolle Einsatz von Lernanalysen untersucht, wobei ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragestellungen im Fokus von Forschung und Lehre stehen.
Lehrern und Lernen mit und über KI
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von KI-Anwendungen nehmen auch das Lehren und Lernen mit KI und über KI einen bedeutsamen Fokus in der Lehrkräftebildung ein. Außerhalb des Unterrichts verwenden Lernende vermehrt KI-gestützte Technologien welche auch die meisten Berufsbilder nachhaltig verändern werden. KI muss daher zum Gegenstand in Lehr- und Lernkontexten werden. Angehende Lehrkräfte sind zu befähigen, den Lernenden den kompetenten und reflektierte Umgang mit der KI-gestützten Technologie und deren Daten zu vermitteln, was auch wieder ethische und rechtliche Aspekte mit einbezieht. Ein anschauliches Beispiel wäre das Modul AI in Teacher Education im Rahmen der Leibniz AI Academy. Zukünftig bedarf es jedoch im Bereich der Forschung einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Rolle von KI in Bildungsprozessen sowie der fachspezifischen und überfachlichen Anforderungen von Schulen, Lehrkräften und Lernenden.
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3. Bildungsbezogener Transfer
Mit dem Profilbereich „Bildungsbezogener Transfer“ fokussiert die LSE systematische sowie expertisegeleitete zielgruppenspezifische Transferaktivitäten und kooperiert hierfür mit Akteur*innen aus der Wissenschaft, der Bildungspraxis und der Bildungssteuerung. Das Ziel des Bildungsbezogenen Transfers ist es, die Partizipation an Wissenschaft zu ermöglichen sowie Bildungsprozesse wissenschaftsbasiert zu gestalten.
Als zentrale wissenschaftliche Einrichtung für die Lehrkräftebildung vereint die LSE unter ihrem Dach eine Breite an Disziplinen, deren Wirken für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung ist. Damit ist der Bildungsbezogene Transfer eine der Lehrkräftebildung inhärenten Aufgaben.
Mit der Gestaltung des Transfers fördert die LSE nicht nur die aktive Beteiligung an wissenschaftlichen Diskursen, sondern fungiert auch als zentrale Schnittstelle zwischen Bildungseinrichtungen und außeruniversitären Partnern. Besonders unsere Teams Leibniz School Connect, uniKIK Schulprojekte und uniplus Lehrkräftefortbildung engagieren sich hier. Grundlage für die Beschreibung des Profilbereiches bilden das erweiterte Transferverständnisses des Wissenschaftsrates und die Systematisierungen der Gesellschaft für Fachdidaktik.
Diese Schwerpunkte sind nicht nur auf das Lehramtsstudium begrenzt, sondern umfassen auch die Fortbildung von Lehrkräften und pädagogischem Personal. Zudem bieten sie Programme für Schülerinnen und Jugendliche an und fördern den Austausch sowohl innerhalb der Universität als auch mit außeruniversitären Partnern.
Reflexive Handlungsfähigkeit – Leitgedanke der Lehrkräftebildung an der LUH
Die Leibniz School of Education versteht die Figur der Reflexiven Handlungsfähigkeit als zentralen Leitgedanken für die Lehrkräftebildung an der Leibniz Universität Hannover. Sie steht für die Verbindung von Theorie und Praxis und für das Ziel, Studierende darin zu stärken, ihr professionelles Handeln bewusst, kritisch und verantwortungsvoll zu gestalten.
Theorie und Praxis verbinden
Ursprung und Entwicklung
Die Idee entstand im Projekt Leibniz-Prinzip im Rahmen der ersten Förderphase der „Qualitätsoffensive Lehrerbildungbildung“(BMBF). Dort wurde zunächst die Figur der Reflektierten Handlungsfähigkeit professionstheoretisch hergeleitet. Sie diente als Leitlinie, um normative und kompetenzorientierte Ziele der Lehrkräftebildung an der Leibniz Universität Hannover miteinander zu verbinden.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich daraus die Figur der Reflexiven Handlungsfähigkeit– als Weiterführung und Öffnung des Konzepts für gemeinsame Diskurse zu Lehre, Forschung und Transfer in der Lehrkräftebildung. Darüber hinaus fand die Figur der Reflexiven Handlungsfähigkeit Eingang in die Lehrverfassung der LUH.
Ein gemeinsamer Rahmen für die Lehrkräftebildung
Die Figur der Reflexiven Handlungsfähigkeit schafft einen gemeinsamen Bezugspunkt für alle lehrkräftebildenden Fakultäten und Institute an der Leibniz Universität Hannover. Sie lässt Raum für unterschiedliche Perspektiven und disziplinäre Schwerpunkte und verleiht zugleich dem Reflexionsbegriff eine konkrete inhaltliche Gestalt. So unterstützt sie die gemeinsame Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung an der LUH – in Lehre, Forschung und Transfer.